Winterwanderung in Frauensee am 23. Februar 2020, 10 Uhr

Die Veranstaltung im Februar eines jeden Jahres wird von uns seit eh und je „Winterwanderung“ genannt. Sie hat aber im Laufe der letzten Jahre den Charakter einer Wanderung im Winter verloren. Kultur, ein gemütlicher Spaziergang und gutes Essen sind in den Vordergrund getreten. Diese Wanderung wird seit Jahren von Steffi und Udo in der näheren Umgebung von Eisenach organisiert. In diesem Jahr hatten wir uns Frauensee ausgesucht. Dieser Ort ist zwar näher an Bad Salzungen als an Eisenach gelegen, aber ist interessant und sehr malerisch.
Treffpunkt für die angemeldeten 19 Nachbarinnen und Nachbarn war die Heimatstube Frauensee im Schloß. Leider konnten sechs Mitglieder aus unterschiedlichen Gründen nicht kommen. Auch Steffi musste absagen. Sie war erst am Tag zuvor aus der Klinik entlassen worden.
Unser Museumsführer Herr Uli Steidler wartete schon, um uns durch das Museum in den Räumen des Schlosses zu führen. Das Schloß gehört zum einstigen Kloster Frauensee. Wann es von den Zisterzienserinnen gegründet wurde, ist unbekannt. Die älteste urkundliche Erwähnung in einem Schutzbrief des Landgrafen Hermann I. stammt aus dem Jahre 1202. Der Natur- und Heimatverein Frauensee und seine Arbeitsgruppe Ortsarchiv kümmern sich seit vielen Jahren liebevoll um dieses Museum.

Im Keller des Museums waren land- und forstwirtschaftliche Objekte aus der Zeit unserer Altvordern zu sehen. Herr Steidler beantwortete uns Fragen zum täglichen Broterwerb in dieser Zeit. Eine große Rolle spielten dabei auch der Kalibergbau, die Fischzucht, die Viehzucht und der Ackerbau sowie das Handwerk.

In den oberen Etagen war eine ehemalige Arztpraxis mit Wohnung aus der Zeit um 1950 zu sehen. Viele von den Bewohnern des Ortes Frauensee gespendete Haushaltsgegenstände und Fotos ergänzten das Bild. Auch eine Sammlung alter Vereins- und Regimentsfahnen war zu sehen. Hanne trug uns ins Gästebuch der Heimatstube ein und gab eine kleine Spende. Der Museumsbesuch war ein ganz besonderes Erlebnis für uns. Vielen Dank an Herrn Steidler.
Nun folgte eine Umrundung des Frauensees. Er dauerte zwar nur 20 Minuten, war aber wegen des unfreundlichen und windigen Wetters etwas erfrischend. Zum Glück war der Regen bis dahin ausgeblieben. Die Enten mussten gegen die vom Wind aufgepeitschten Wellen schwimmen und die Schafe hielten die Ohren steif. Es war ein schöner Blick auf den See und die Ortschaft.
Die Zeit war sehr schnell vergangen. So verzichteten wir auf den geplanten Abstecher zum Hautsee mit seiner schwimmenden Insel.
In Marksuhl war unser Mittagessen im Gasthaus „Goldener Engel“ bestellt. Wir wurden herzlich empfangen und waren überrascht vom sehr guten und auch preiswerten Essen. Das Gasthaus wurde bereits 1521 erwähnt, als Martin Luther als Junker Jörg getarnt in Marksuhl weilte. Wir verweilten nach dem Essen noch einige Minuten, um Neuigkeiten auszutauschen. Vielen Dank auch an Steffi, die alles mit vorbereitet hatte. Dann traten wir die Heimfahrt an.

Nachbar Udo

 

Quellen:
Festschrift zum Jubiläum 800 Jahre Frauensee
Chronik des Gasthauses Goldener Engel
Internet-Recherchen