Wandertag der Hörselberggemeinde e.V.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Eisenacher Wandertage 2016

Rast am Jesusbrünnchen

Schönau/Hörsel, 28. August 2016 - Unsere öffentliche Wanderung begann pünktlich um 9.00 Uhr am Bahnhaltepunkt  in Schönau.
Der Vorsitzende der Hörselberggemeinde e.V., Wanderfreund Hans-Joachim Saalfeld,  begrüßte die 28 Teilnehmer, unter denen sich auch die Präsidentin des Thüringer Landesverbandes der Wander- und Heimatvereine Frau Lieberknecht sowie Frau Brandt vom Landratsamt des Wartburgkreises befand. Von der Hörselberggemeinde e.V. nahmen zehn Nachbarinnen und Nachbarn teil.
Nach der Vorstellung unseres Vereins und der anwesenden Vereinsmitglieder gab es einige Informationen zum Wandergebiet. H.-J. Saalfeld erläuterte wie die Hörselberge, heute ein weißschimmernder Kalksteinrücken, sich einst am Boden eines Urmeeres befanden. In Millionen von Jahren häuften sich die Muschelkalkschalen zu solch mächtigen Schichten auf und verfestigten sich. Durch tektonische  Erdbewegungen wurden sie schließlich herausgehoben und das das Meer zurückgedrängt. Heute stellen die Hörselberge, die ein Naturschutzgebiet sind, ein einzigartiges Wandergebiet dar, welches vielen seltenen Pflanzen und Tieren entsprechende Lebensräume bietet.
Nach diesen Darstellungen ging es aufwärts durch den Zapfengrund. Am Jesusbrünnlein, eine leider zur Zeit trocken liegende Quelle, erzählte H.-Joachim Saalfeld über die vielfältigen Sagen und Geschichten unserer heidnischen Vorfahren. Insbesondere die Fruchtbarkeitsgöttin Hulda (Holle) und mit ihr das „Wilde Heer“ standen im Mittelpunkt der Geschichten.
Seine Frau Hannelore Saalfeld, die in ihrer Freizeit gern Gedichte schreibt, trug dazu das aus ihrer Feder stammende Gedicht von den Hörselberzwergen vor. Dann ging es weiter recht kräftig bergauf, die dazu herrschenden subtropischen Temperaturen nahe der 30°C-Grenze machten dabei der Wandergruppe recht ordentlich zu schaffen.
An der Venushöhle  angekommen gab es nochmals einige Erläuterungen zur Sagenwelt der Hörselberge. Hier stand die männerverzehrende Göttin Venus im Mittelpunkt, die sich laut Richard Wagner in dessen Oper, hier mit dem ehrbaren Ritter Tannhäuser verlustiert haben soll. Von der Venushöhle aus, war es nur noch ein kurzer Weg bis zum Hörselberghaus. Dieser Kammweg boten immer wieder herrliche Fernsichten bis hin zum Thüringer Wald.
Eine Überraschung gab es auch noch. Unser Vereinsfreund Josi und seine Frau Erika hatten auf einer der Bänke am Wegesrand einen kleinen Erfrischungsstand aufgebaut. Dort konnte jeder der Mitwanderer einen Becher eisgekühlten Wasser oder sogar einen eiskalten Schnaps zur Aufmunterung auf den letzten Kilometer kostenlos genießen.
Am Haus angekommen, wurde sogleich der Kiosk gestürmt und reichlich Getränke und Bratwürste konsumiert. Hier am Hörselberghaus war die halbe Strecke abgewandert.
Da aber die Temperaturen weiter gestiegen waren und die Sonne gar heftig vom Himmel drückte, es dazu auch immer schwüler wurde, baten einige der Wanderfreunde die Strecke abzukürzen. Dieser Bitte kamen wir gern nach, da auch uns die Witterung sehr zu schaffen machte.
An einer schattigen Stelle im Zapfengrund zeigten wir Hörselbergianer mit unserem Hörselberglied, dass wir auch mehr oder weniger gut singen können, und Nachbarin Hannelore trug noch eines ihrer zu Herzen gehenden Gedichte vor.  14.30 Uhr waren wir wieder am Bahnhaltepunkt in Schönau und verabschiedeten uns.
Das Angebot des gegenüberliegenden Hörselberg-Museums, dort einen Besuch vorzunehmen, nahm keiner der Wanderer an, sie waren wohl alle froh, die Heimreise antreten zu können.
  
hajosa