Fahrt ins Blaue

Hörselberggemeinde e.V. und Rhönklub besuchen Rudolstadt

Busfahrt am 26. April 2015 - ein sonniger Sonntag kündigte sich an, obwohl die Wetterfrösche Regen angesagt hatten. Schon um 7 Uhr fuhr der Bus der Firma Reise-Schieck von Schönau kommend die Haltestellen in Wutha und in Eisenach an, um alle Reisewilligen der Hörselberggemeinde e.V. und des Rhönklubs aufzunehmen. Dann ging es in Richtung Autobahn. Kurz vor der Auffahrt stoppten wir nochmals in Wenigenlupnitz, um die restlichen Plätze zu besetzten, der Bus war ausgebucht!
Unser Ziel war, wie Hajo bereits angekündigt hatte, das schöne Rudolstadt mit der Heidecksburg. Nach der Begrüßung im Bus und dem Einsammeln der Reisekosten pro Teilnehmer führte uns die Fahrt auf der Autobahn bis kurz hinter Arnstadt, dann ging es auf der Landstraße weiter über Dörfer und kleine Städtchen bis nach Paulinzella, wo unser Picknick stattfand. Der Platz dafür war ideal mit Blick auf die alte Klosterruine Paulinzella. Für das Frühstück wurde im Vorfeld eingekauft und auch Kaffee gekocht, der in großen Pumpkannen bereit stand. Viele Hände fassten mit an und im Nu war ein reichliches Frühstücksangebot aufgebaut. Es gab nicht nur Gehacktes- und Leberwurstbrötchen, sondern auch Kochkäse, Kräuterbutter und Frühlingsblütenbutter. Selbst Kuchen fehlte nicht. Der Kuchen, von Gerlinde gebacken, wurde gegen einen geringen Betrag, den jeder selbst bestimmen konnte, abgegeben. Den Erlös spendete Gerlinde am Ende der Fahrt für unser 25-jähriges Stiftungsfest im November 2015. Das war eine Superidee - danke Gerlinde! Nachdem wir uns gestärkt hatten, war unser Ziel, die Heidecksburg in Rudolstadt, nicht mehr weit.
Schloss Heidecksburg gehört zu den prächtigsten Barockschlössern in Thüringen. Von 1571 bis 1918 war es Residenz der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt, die 1710 in den Reichsfürstenstand erhoben wurden. Mit der Residenz in Rudolstadt entstand ein dreiflügeliges Renaissanceschloss, auf das das heutige Schloss mit seinem nach Osten geöffneten Hof zurückgeht. Ein Brand zerstörte 1735 den Nord- und Westflügel fast vollständig. Dadurch wurden diese Flügel nach damaliger moderner Barockbaukunst wieder aufgebaut und von dem weimarischen Baumeister Gottfried Heinrich Krohne vollendet. (Quelle: Flyer - Thüringer Landesmuseum Heidecksburg)
Pünktlich traf der Bus am Schloss ein. Der Parkplatz befand sich direkt am Teehaus auf einer der schönen Terrassen. Wir bewunderten die schöne Sicht auf die Stadt und begaben uns dann zur Schlossführung, die um 10.00 Uhr begann. Eine nette Dame erwartete uns und versorgte alle erst einmal mit riesengroßen Filzpantoffeln, die für die Räumlichkeiten vorgesehen waren. Das war natürlich sehr spaßig, denn man konnte gut rutschen, aber auch ausrutschen, wenn man an einer Stufe hängen blieb. Leider probierten diesen Rutsch zwei Personen aus und fielen der Länge lang hin, aber es passierte zum Glück nichts weiter.
Faszinierend waren die prunkvollen Räume mit Originalausstattung, mit vielen Gemälden und wertvollem Porzellan, alles sehr gut erhalten. Jeder Raum hatte seine eigene Geschichte, die uns auch berichtet wurde. Passend dazu ertönte das Vokalkonzert "Exultemus, gaudeamus" des Rudolstädter Hofkapellmeisters Philipp Heinrich Erlebach. Beeindruckend war der über zwei Stockwerke reichende Festsaal im Westflügel, der zu den schönsten Rokokosälen Deutschlands gehört.

Anschließend besuchten wir noch die Sonderausstellung „Rococo en miniature", die an eine Märchenwelt erinnert. Über 60 Jahre lang waren die geistigen Urheber dieser Miniaturen damit beschäftigt, sich eine Phantasiewelt in Form von reichlich ausgestatteten Schlossanlagen mit allem Drum und Dran aufzubauen. Selbst die grazilen nur wenige Millimeter großen Bewohner samt Hofstaat fehlten nicht. Dieses Gesamtkunstwerk ist einmalig in Europa und hat hier auf der Heidecksburg ein zu Hause gefunden. Die „Väter" dieser Miniaturwelt stammen aus Thüringen, haben in Sonneberg, in der Spielzeugstadt, gelernt und auch zeitweise gearbeitet.

Voller Eindrücke beladen sammelten wir uns dann im Schlosshof, um in die Stadt zum Mittagessen hinabzusteigen. Die „Fußkranken" fuhren mit dem Bus hinunter. Rudolstadt hat sich richtig herausgeputzt, schöne restaurierte Häuser, viel Grün und eine waldreiche Umgebung laden zum Urlaubmachen ein. Auf dem Markt war ein Gedränge und wir stellten fest, dass an diesem Sonntag die Marktschreier und auch ein Töpfermarkt waren. Da konnten wir ja nach dem Essen noch mal eine Stippvisite machen. Bestellt hatten wir im Gasthaus „Thüringer Hof" und zeitgleich trafen die mit dem Bus Kutschierten und die Läufer ein. Das Essen war bereits vorbestellt, es klappte fast alles wie am Schnürchen. Zufrieden und gut gelaunt waren viele vor der geplanten Zeit fertig und inspizierten den Markt mit den interessanten Angeboten.

Um 15.00 Uhr trafen wir uns dann am Bus, denn der letzte Höhepunkt dieser Fahrt war ein Stadtrundgang mit Stadtführer, in zwei Gruppen marschierten wir los. Leider mussten wir den Markt auslassen, da hätten wir uns durch das Markttreiben nicht wieder-gefunden. Die Stadtführung war sehr langatmig, es ging mehr um die prominenten Bewohner der Stadt, wie z. B. Friedrich Schiller, an dessen Wohnhaus wir vorbeikamen, als um die Historie der Stadt. Interessant aber waren der neu gestaltete Handwerkerhof und natürlich die imposanten historischen Gebäude am Marktplatz.

Gegen 16.30 Uhr waren dann alle wieder am Bus versammelt und wir traten die Heimreise an. Ein Picknick auf der Rückfahrt, wieder bei schönstem Sonnenschein, war der krönende Abschluss. Unterwegs hatte es sehr kräftig geregnet. Gegen 19.00 Uhr erreichten wir Eisenach und verabschiedeten alle Teilnehmer, die sich sehr lobend über diesen Ausflug äußerten. Vielen Dank an alle Helfer und an das Reiseunternehmen Schieck GmbH!

Nachbarin Hanne