Wanderlager in Marktbreit

Hörselberggemeinde erkundet Unterfranken

... vom 1. bis 4. Oktober 2015 zu Besuch in Würzburg, Marktbreit, Bad Windsheim, Ochsenfurt und Sommerhausen

Nun schon zum zweiten Mal fand das Wanderlager der Hörselberggemeinde e.V. in Franken statt. Wir waren 2012 in Pottenstein in der Fränkischen Schweiz. Diesmal kamen wir nach Unterfranken am Main. Unsere Unterkunft hatten wir in Marktbreit im Tagungshotel der AWO gefunden.

1. Oktober, Stadtführung in Würzburg - Um 11 Uhr trafen die Fahrgemeinschaften unseres Wandervereins in Würzburg auf dem Residenzplatz ein. Hier erwartete uns die Stadtführerin. Die Residenz ist eines der bedeutendsten Schlösser in Europa und wurde 1720 bis 1744 nach den Plänen von Balthasar Neumann erbaut. Nach der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 durch Bombenangriffe blieb nur der Mittelteil des Schlosses erhalten. Die Seitenteile wurden später wieder aufgebaut. Auf dem Weg in die historische Altstadt erhielten wir einige Auskünfte über die Geschichte der Stadt. Dann betraten wir den Dom St. Kilian, eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert mit bedeutenden Grabmälern und Skulpturen von Tilman Riemenschneider. Anschließend wurden wir ins Lusamgärtchen geführt. Dieser Kreuzgang aus der Stauferzeit erinnert an den Minnesänger Walther von der Vogelweide. Im Grafeneckart sahen wir ein Modell der ausgebrannten Stadt am Ende des Krieges. Der Stadtrundgang endete auf der Mainbrücke mit einem schönen Blick auf die Festung Marienberg. Nach der Führung hatten wir Mittagessen bei der Marktbärbel bestellt. Danach war Freizeit zum Stadtbummel oder für einen Brückenschoppen.

2. Oktober, Freilandmuseum Bad Windsheim - Am nächsten Tag fuhren wir nach Bad Windsheim ins Fränkische Freilandmuseum. Das Museum zeigt auf einer Fläche von etwa 50ha Häuser, die die kulturhistorische Entwicklung Frankens dokumentieren, hier wieder errichtete Originalbauwerke. Es sind Häuser von Handwerkern, Scheunen, Fachwerkbauten, Schule und Kirche und Amtshaus, einige Gasthäuser, Backhäuser, Ställe und ein Brauhaus. Man konnte auch den Handwerkern bei ihren Tätigkeiten zusehen. Für den Besuch des Freilandmuseums hatten wir den ganzen Tag eingeplant. Das Mittagessen nahmen wir im Gasthaus am Museum ein.

3. Oktober, Stadtführung in Marktbreit - Der dritte Tag begann mit einer Stadtführung durch Marktbreit am Main. Am alten Kranen, der wegen Baumaßnahmen eingerüstet war, begann die Führung. Marktbreit war einst eine bedeutende Handelsstadt noch vor Würzburg. Hier wurden die Waren verladen, die den Weg zur Donau nehmen sollten. Wir sahen den Malerwinkel, den barocken Stadtkern mit dem Seinsheimischen Schloß und die Stadtmauer. Im Rathaus besichtigten wir den Trau- und Ratssaal. Die evangelische Kirche St. Nikolai beeindruckte mit der Armenbibel, Tafelmalereien aus dem Alten und Neuen Testament. Ein bedeutender Sohn Marktbreits war der Neurologe und Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915). Nach der Stadtführung fuhren wir nach Ochsenfurt, hier war das Mittagessen bestellt.

3. Oktober, Mainfahrt auf der Nixe und Kaffee in Sommerhausen - Am Nachmittag erwartete uns ein besonderer Höhepunkt unseres Besuches in Unterfranken. Es war die Panoramafahrt auf der Nixe, einer kleinen Mainfähre. Diese Fähre sollte schon vor einiger Zeit außer Dienst gestellt werden, weil die alte Mainbrücke freigegeben worden war. Jedoch wurde das Boot vom Förderverein Nixe zurückgekauft und hat seitdem als Touristenattraktion in Ochsenfurt wieder Fahrt aufgenommen. Wir fuhren von der Anlegestelle in Ochsenfurt bis nach Frickenhausen und wieder zurück. Unterwegs erzählten Obi und Marlies einiges über die Schiffsfahrt am Main und die Geschichte der Nixe. Am Nachmittag besuchten wir in  Sommerhausen das Werkstatt-Galerie-Café. Hier genossen wir in familiärer Atmosphäre handgemachten Kuchen und aromatischen Kaffee. Danach bummelten wir durch den idyllischen Weinort und nahmen auch an einer Weinprobe teil.

Am Sonntag, dem 4. Oktober war der Abreisetag. Es hat uns allen sehr gut in Unterfranken am Main gefallen. Schade nur, daß die Zeit so schnell vergangen ist. Schade auch, daß keine Zeit für eine kleine Wanderung über die Weinberge blieb. Im übrigen - die fränkische Küche ist sehr zu empfehlen: Fränkischer Sauerbraten, Weinnudeln, Tafelspitz, Blaue Zipfel und dazu fränkischer Wein, um nur einige Köstlichkeiten zu nennen.
Die Reise wurde von Steffi Klein und Udo Heyl vorbereitet. Wir danken Marlies und Horst Obermeier (Obi) für ihre Unterstützung. Am Tag der Abreise besuchten einige Wanderfreunde noch die Mainschleife bei Volkach. Andere fuhren gleich heim.

Udo Heyl